Lausitzer Rundschau, 10.Juni 2009

Neuntklässler spielen Bewerbungssituation nach

Gymnasiasten bereiten sich aufs Berufsleben vor

Die Jungs  ohne  Schlips und Kragen, die Mädchen nicht im Kostüm. Obwohl  elegan-te Kleidung bei Bewerbungs-gesprächen üblich ist, haben die Neuntklässler des Gube-ner Pestalozzi- Gymnasiums  auf die schicke Schale ver-zichtet. Schließlich absolvie-ren sie nur eine  Generalpro-be für  künftige „echte“ Bewerbungsgespräche.
Von Harriet Stürmer

Die Bewerbungsprobe hat Lehrerin Ines Balthasar in Zusammenarbeit mit der Allge-meinen  Ortskrankenkasse  (AOK) und dem Gemeinnützigen Berufs-bildungsverein  Guben als Ab-schlussprojekt des WAT-Unterrichts (Werken-Arbeiten-Technik) vorbereitet. „Um den Schülern den Weg ins Berufsleben zu erleichtern", sagt sie. Zwar wür-den die meisten von ihnen Abitur machen, trotzdem könne es hilfreich sein, ihnen bereits

jetzt eine reale Bewerbungssitua-tion zu verdeutlichen. Den theo-retischen Teil haben ihre Schüler im WAT-Unterricht bereits absol-viert. Unter anderem haben sie Bewerbungsmappen angelegt und spezielle Computer-Programme erlernt. Nun kann es nicht scha-den, den Jugendlichen auch zu zeigen, wie ein Vorstellungsge-spräch praktisch abläuft, sagt Ines Balthasar.
    Dazu finden vier Tage lang im GBV-Gebäude an der Deulowitzer Straße fingierte Bewerbungsge-spräche zwischen den Schülern und GBV-Mitarbeitern statt. Warum sich die Jugendlichen aus-gerechnet für diesen oder jenen Beruf interessieren, warum man sich schließlich für sie entschei-den sollte, wie sie ihre Stärken und Schwächen einschätzen das sind Fragen, auf die die Neuntklässler möglichst souverän antworten sollen.
Sara Schichan (14) hat mit genau solchen Fragen gerechnet,


 

sagt sie. „Aufgrund der Vorbereitung in der Schule.“ Auch Nico Löffler (15) hat sich sein Gespräch so vorgestellt. „Ich fand´s ganz gut.“ Im Anschluss an die Gespräche werden das Auftreten, die Auffassungsgabe und einiges mehr bewertet. Auch müssen die Jugendlichen an einem Einstellungstest teilnehmen. Eine geschulte AOK-Mitarbeiterin überprüft die Tests auf ihre Richtigkeit hin. Fragen zum Allgemeinwissen, die es durchaus in sich haben, müssen in einer bestimmten Zeit beantwortet werden. So müssen die Schüler etwa verschiedenen Bundesländern die entsprechende Hauptstadt zuordnen, berühmte Persön-lichkeiten kennen oder Rechenaufgaben lösen. Und schließlich werden auch, die Bewerbungsmappen ausgewertet – sollen sie den Schülern doch als Visitenkarte für einen erfolgreichen Berufsstart dienen.