Das Miniatur-Guben
  Stadtmodell im Rathaus aufgebaut / Besichtigungen möglich

GUBEN. Nach einjähriger Bauzeit ist es nun fertig: das Stadtmodell, das Guben im Maßstab von 1:1000 darstellt. Gestern wurde es von den Räumlichkeiten des Gemeinnützigen Berufsbildungsverein (GBV) im Industriegebiet zu seinem vor-läufigen Standort im Rathaus an der Uferstraße transportiert.

      von Thomas Engelhardt         
   Die Werkstatt im Industriegebiet ist fast leer. Dort, wo in den vergangenen zwölf Monaten filigran am Stadtmodell gebastelt wurde, ist Ruhe eingekehrt. Dafür herrschte gestern in der Gubener Stadtverwaltung emsiges Treiben. Im Raum 228, wo bis vor wenigen Monaten Gubens Stadtverordneten-versammlungen stattfanden, wurden die neun Segmente des Modells wieder zusammengeschraubt und ausgerichtet.
Der Transport der Teile von der Forster Straße in die Ufer-straße gestaltete sich nicht ganz unkompliziert. Pro Tour gingen maximal zwei Segmente auf die Reise. Mit im Gepäck waren aber auch

Werkzeug, Farben und Kleber, denn nach der Fahrt waren durchaus einige Reparaturen notwendig. Doch größere Probleme traten nicht auf, und so steht der offiziellen Übergabe des Modells durch den GBV an die Stadt Guben am Montag nichts im Wege.
   In den letzten Wochen hatten die Projekt-Mitarbeiter noch Fein-arbeiten ausgeführt. So wurden beispielsweise die wichtigsten Straßen beschriftet, aber auch Wohngebiete, das Industriegebiet und die zehn größten Gartenanlage
n.  Apropos Gärten: "Am Modell erkennt man sehr schön, dass Guben eine grüne Stadt ist", so Projektleiter Paul Otto. Er zieht nach der einjährigen Arbeit eine positive Bilanz: "Wir waren zu Beginn alle blutige Laien. Vergleicht man unser Modell beispielsweise mit dem in Eisenhüttenstadt, das wir während unserer Recherchen auch besichtigt haben, kann man sagen:

Wir brauchen uns wirklich nicht zu verstecken."
Neben dem sichtbaren Ergebnis, dem Miniatur-Guben, weist der Projektleiter aber auch auf die soziale Komponente hin. "Wir haben alles etwas Neues gelernt. Und für jene ABM-Kräfte, die schon länger arbeitslos waren, war es wichtig, wieder unter Leuten zu sein und etwas zu schaffen."
Neben dem bereits im Frühjahr fertig gestellten Sondermodellen, unter anderem vom Wilkestift und der Klosterkirche, entstand in den letzten Monaten noch ein weiteres,

 das vor allem das Industriegelände darstellt. Es wird seinen Platz bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft erhalten.
Das komplette Modell wird seinen jetzigen Platz voraussichtlich nur übergangsweise haben. Seinen endgültigen Standort wird es wahrscheinlich im neuen Rathaus bekommen.
Wer sich das Modell selbst einmal anschauen möchte, kann dies an den beiden kommenden Dienstagen tun. Am 7. und 14. September steht der Raum 228 des Rathauses für Besucher offen.