Projektbörse setzt auf gemeinsame Bildungsangebote
Gubener und Gubiner Bildungseinrichtungen präsentierten sich

Guben.  Am Samstag fand die erste Projektbörse der grenzüber-schreitenden Partnerschaften von Kitas, Schulen und Berufs-bildungseinrichtungen der Euro-pastadt Guben-Gubin im ehemaligen Volkshaus statt. Gemeinsame Bildungsangebote weiter zu entwickeln, war das Ziel der Veranstaltung. Als bestes Beispiel präsentierten sich die Gubener und Gubiner Kitas, die mit ihrer Zusammenarbeit die Besucher begeisterten.
 
Bildung ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft. Für die Europastadt Guben-Gubin wird es darauf ankommen, gemeinsame Bildungs-angebote weiter zu entwickeln, um sich als grenzübergreifender Bildungs- und Qualifizierungs-standort zu profilieren. Dies ist das zentrale Ziel der Aktion „Netzwerke Bildung“ im EU-Projekt „Translokal“ der beiden Städte.
   „Wir wollten mit der Börse den Kitas und Schulen die Möglichkeit geben, alte Kontakte aufzufrischen, neue Partner zu finden oder sich auch Anregungen für zukünftige Projekte zu holen“, erklärte Sandra Kositz, Projektleiterein „Translokal“ in der Gubener Stadtverwaltung. „Viele, die bisher nur lose Kontakte hatten, können miteinander reden, sich
Annähern und sich erinnern“, sagte die Projektleiterin weiter. „Wir wollten Eltern und Kindern zeigen, was jeweils die andere Stadthälfte zu bieten hat. Sie sollten sehen,

 was anders oder besser gemacht werden könnte“, sagt sie.
   Jede Einrichtung aus Guben und Gubin hatte ein Programm vor-bereitet. Viel Applaus bekamen die kleinen Tänzer und Sänger aus der Gubener Kita „Musikspielhaus“, die auch ein gemeinsames Lied mit ihrer Gubiner Partnerkita Przedszkole Miejskie Nr. 2 sangen. Aber auch die Mini-Künstler der Kita „Regenbogen“ begeisterten das Publikum.

   Im Nebenraum präsentierten sich die Europaschule sowie der Gemeinnützige Berufsbildungs-verein (GBV) und Berufsschulen aus Gubin. Agnieszka Ziembinska aus Szprotawa (Sprottau) war mit Freuden nach Guben gekommen. „Wir haben im Juni eine Kanutour mit Schülern aus dem Pestalozzi-Gymnasium in Guben gemacht. Wir wollten sie wiedersehen“, sagte die 18-Jährige. „Die Atmosphäre hier bei der Börse ist sehr angenehm, man kann viel vom anderen lernen“, freute sich Jakup Boryna, Deutschlehrer am Zespol Szkol Ponadgymasialnych in Szprotawa. Auch er schwärmte von der Projektbörse. Bei den Kitas läuft
der Austausch bisher sehr gut. Das zeigen sie den Besuchern. Monatlich sehen sich die meistens von den Partnerkitas. „Meine sechsjährige Tochter Vivien erzählt auch immer von den Besuchern in der Gubiner Kita. Sie singt sogar

 schon  polnische Lieder“, sagte Manuela Hacker. Die 29-Jährige aus Guben findet die Idee gut, dass sich Kinder aus Guben und Gubin schon in der Kita kennen lernen. Die Projekt-börse nutzten die Kita „Regenbogen“ und die Przedszkole Nr.1 aus Gubin, um ihren Partnerschaftsvertrag zu unter-zeichnen. „Erst seit Juli dieses Jahres kennen wir uns, haben uns seitdem gegenseitig besucht und auch schon einen gemeinsamen Arbeitsplan ausge-arbeitet“, war von Kita-Leiterin Marion Szumny zu erfahren. Auch die Leiterin der polnischen Kita, Irena

 Makowska, freut sich auf die Zusammenarbeit der Vorschulkinder. „Wir werden natürlich auch Polnisch lernen.
Den Unterricht finanzieren unsere Eltern“, sagte Marion Szumny stolz.

   Das bunte Angebot im und um das ehemalige Volkshaus wurde von vielen Gubenern und Gästen angenommen.
 „ Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Die Projektbörse war besser besucht, als wir jemals erwartet hätten“, freute sich Sandra Kositz zum Ende der Veranstaltung.

Foto: FOTO-Werner
Planen für die Zukunft. Klassensprecher Maximilian Glasche von der Diesterweg-Schule, Isabella Baranowska, Lehrerin der Grundschule 3 in Gubin und die Diesterweg-Schulleiterin Gabriele Wichmann besprechen weitere Schritte der Zusammenarbeit der beiden Partnerschulen.