Kräftiger Gegenwind
 GBV stellt sich neuen wirtschaftlichen Herausforderungen
 

 
24 Ausbilder, Sozialpädagogen und Stützlehrer stellte der Gemeinnützige Berufsbildungsverein Guben (GBV) zum Beginn des Ausbildungsjahres be-fristet neu ein. Ein Grund dafür war der Zuschlag für eine Ausschreibung der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Cottbus, ein anderer der Beginn einer Berufsvorbereitungsmaßnahme in der Rehabilitation im früheren Straßen-bahndepot in dieser Stadt.
Kräftigerer Wettbewerbswind als noch vor einigen Jahren weht auch dem GBV um die Nase. „Generell jeder kann sich an Ausschreibungen beteiligen“, sagt GBV-Geschäftsführerin Sabine Gesche. Für den GBV, einem anerkannten Träger für Rehabilitandenausbildung, der seit 1998 konsequent nach Qualitätsstan-dards arbeitet, fiel mit den neuen Aus-schreibungsmodalitäten die Planungs-sicherheit weg.                                             Derzeit hat der GBV für seine 721 Aus-zubildenden rund 170 Sozialpäda-gogen, Ausbilder und Stützlehrer zur Verfügung.
 Das hängt mit gewonnenen Aus-schreibungen für das laufende Schuljahr zusammen. „Wir hatten uns neu für die JVA beworben. Es war eine neue Herausforderung. Und wir erhielten den Zuschlag für die Be-rufsvorbereitung und -ausbildung von Häftlingen“, sagt Sabine Gesche. Ausbilder, Sozialpädagogen und Stützlehrer wurden im Tischler-, im Metallbearbeiter- und Malerbereich eingestellt. Und es funktioniere gut. 39 Teilnehmer zählt eine zusätz-liche Berufsvorbereitung in der Reha-Ausbildung in Cottbus an der Ber-liner Straße. „Das ehemalige Straßen-bahndepot haben wir für unsere Bedingungen gut hergerichtet“, sagt Sabine Gesche. Ein weiteres Aufga-bengebiet wurde die Zusatzaus-bildung von Mitarbeitern von Trevira Eine gute Zusammenarbeit besteht auch mit mehreren Oberstufenzen-tren in Brandenburg. Über mehrere Jahre werden zum Beispiel schon gemeinsam mit dem Gubener Oberstufenzentrum Elektroanlagen-monteure ausgebildet. In diesem Schuljahr sind es 24. Grundlage ist ein kooperatives Modell der Indu-strie- und Handelskammer (IHK). Der GBV führt die praktische Ausbildung durch, das Oberstufenzentrum die theoretische. Doch die gemeinsame Ausbildung von Rehabilitanden und Schülern mit Abschluss der 10. Klas-se oder gar Abitur sei nicht optimal, sagt Sabine Gesche . Das Niveau der Azubis sei zu unterschiedlich.         Als ein Hemmnis auf dem Weg zur Erreichung des Ausbildungsziels für die Azubis erweist sich eine Neu-erung: die von der Bundesanstalt für Arbeit gezahlte Fahrkostenpau-schale. Bisher im Wohnheim ein-quartierte Azubis nehmen lieber dieses Geld und tägliche, teils lange Fahrten zur Ausbildungsstätte in Kauf. Etwa 25 Prozent der bisherigen Heimbewohner lassen sich bisher die Fahrkostenpauschale zahlen.
Das Pendeln hat mitunter zur Folge,
dass die Azubis verspätet zur Ausbildung erscheinen, weil sie ver-schlafen haben. „Außerdem fällt auch die sozialpädagogische Be-gleitung im Wohnheim weg. Und so-ziale Kontakte, die über die Aus-bildung hinaus geknüpft und ge-pflegt werden können, sind so nicht mehr gegeben“, macht die GBV- Ge-schäftsführerin Konsequenzen deut-lich. Sinkende Heimbewohnerzahlen führen aber auch zu leer stehenden Zimmern. Letzterem soll die Ver-mietung an Fremde entgegenwirken.