Lausitzer Rundschau  1998

Paddeln auf der Neiße

Guben. Noch 24 Stunden vor dem
1. Gubener Drachenbootrennen auf der Neiße wurden auf dem Grenz-gewässer drei andere Paddelboote eingesetzt. 24 Stunden nach dem Tag  der offenen Tür im „Volkshaus“ handelte es sich bei dieser Paddeltour um die neuste Aktion des Gemeinnützigen Berufs-bildungsvereins Guben.

Dessen Geschäftsführer Peter Weiß sowie vier Kollegen und eine Kollegin testeten am 1. Mai die Paddelmöglichkeiten auf der Neiße. Zu Wasser gelassen wurden die Boote an der Mühle in Groß Gastrose, und dann ging es weiter in Richtung Neißewehr in Guben. Dort wurde umgesetzt zur Unterneiße. Und weiter ging es vom einstigen Schlachthof nach Ratzdorf. Rund fünf Stunden war das Paddeltrio unterwegs. „Es war einfach herrlich“, schwärmt Peter Weiß. „Die Sonne und die Natur, die Vögel, die wir am Ufer beobachten
konnten.

 Und wir hatten mehr mit dem Richtung halten zu tun als mit Paddeln, denn die Strömung trieb uns kräftig voran.“

   Ziel dieser Feiertagsaktion war es, neue Freizeitmöglichkeiten für die Auszubildenden des Vereins zu testen. Die Idee dazu kam dem heute 51jährigen Peter Weiß schon vor drei Jahren. Damals erinnerte er sich an eine Paddeltour, die ich ihn als 15jährigen mit seinem Lehrer von der Malxe bei Peitz über die Spree zum Schwielochsee führte. Und ihm fiel ebenfalls ein, dass die Boote damals in der Granoer Schule ausgeliehen worden waren. Tatsächlich konnte er sie dort auch noch ausfindig machen und mitnehmen.


   Das Seetüchtigmachen erfolgte in mühevoller Kleinarbeit durch Lehr-linge und Mitarbeiter des Vereins.

Bereits zur Saisoneröffnung 1998 konnte die Wassertüchtigkeit der Boote im Deulowitzer See getestet werden. Und auf Jungfernfahrt ging das Bootsquartett mit Auszubil-denden dann ebenfalls im Vorjahr auf die Spree.

   Doch ehe die Paddelboote jetzt auf der Neiße zu Wasser gelassen werden konnten., ging noch einmal gut ein halbes Jahr ins Land. Bundes-grenzschutz, Zoll, Wasserschutz-behörde, Umweltamt und andere Institutionen waren zu fragen, damit das Vorhaben letztlich auf dem Grenzgewässer in die Tat umgesetzt werden konnte.


   Inzwischen ist die Idee des Berufsbildungsvereins auch von der Gubener Arbeitsgruppe Tourismus im Rahmen der Expo-Vorbereitungen aufgegriffen worden. Wird das Paddeln auf der Neiße vielleicht bald zu einer Gubener Touristenattraktion?


Foto: LR