Lausitzer Rundschau  8.11.2004

Gubener gewannen zwei Wanderpokale
Beiköche und Gastgewerbe-Helfer ermitteln ihre Besten

Guben. Am Wochenende richtet der Gemeinnützige Berufsbildungs-verein (GBV) in seiner Ausbildungsstätte an der Bahnhofs-straße die 5. Brandenburgische Jugendmeisterschaft der Helfer im Gastgewerbe des zweiten Ausbil-dungsjahres aus Bildungseinrich-tungen der Benachteiligtenaus-bildung des gesamten Landes Bran-denburg nahmen daran teil.
Nachdem bereits am Freitag die theoretischen Prüfungen abgelegt wurden, wartet als Höhepunkt am Samstag ein selbst zubereitetes Menü an festlich geschmückten Tafeln auf Teilnehmer und Gäste. „Wir wollen unsere Gäste davon überzeugen, dass auch  lernbehin-derte und benachteiligte Auszubil-dende in ihren Berufen zu Großem fähig sein können“, erklärte Christine Möller, Ausbilderin im GBV.

   Die Aufgaben waren jedoch nicht einfach. Die Helfer im Gastgewerbe mussten jeweils eine Tafel nach einem Märchen schmücken. Neben Froschkönig, Schneewittchen, Rotkäppchen, tapferem Schneider-lein und Dornröschen fühlte sich tatsächlich manch Gast wie im Märchenland. Die Azubis bemühten sich , unter den wachsamen Augen der Jury alles richtig zu machen. „ Bei mir wurde jedoch schon
einiges bemängelt“, sagte Cindy Schubert, Azubi im zweiten Lehrjahr im Berufsbildungswerk in Potsdam ziemlich enttäuscht.

Sie hatte sich die Sieben Zwerge ausgewählt und dekorierte dement-sprechend mit viel Fantasie ihre Festtafel. „Obwohl ich alles so gemacht habe, wie wir es gelernt haben, war es falsch.“
   Viel Lob hatte Christine Möller für die gelungene Froschkönig-Deko von Markus Höllmüller vom Berufs-bildungszentrum der Prignitzer Wirtschaft aus Wittenberge übrig. „Hier stimmt einfach alles, die Farben sind perfekt gewählt, das Geschirr steht genau an der richtigen Stelle“, sagte sie aner-kennend.
   In der Küche flossen mittlerweile einige Tränen. Während die einen ihr Menü in den vorgegebenen vier Stunden nicht fertig stellen konnten, gelang anderen die Zubereitung mit der Gelatine nicht, oder die Klöße zerfielen. Jurymitglied Harald Stöckigt vom Jugendaufbauwerk Nauen beobachtete die Beiköche bei ihrer Arbeit. „Das Menü ist für Beiköche recht anspruchsvoll und damit eine besondere Herausfor-derung“, betonte er. Organisation im GBV.

Die Teilnehmer der Jugend-meister-schaft servierten den neugierigen und beeindruckten Gästen als Vorspeise einen Geflügelcocktail mit Laugengebäck und als Hauptgang Wildschwein-
Braten mit Rotwein-soße, Klößen und Apfelrotkohl. Auch dabei wurde sehr auf die Optik geachtet, „denn das Auge isst ja mit“, erklärte Christine Möller. Jeder Griff musste

 Foto: FOTO-Werner
Sebastian Rammin vom GBV (v.) sicherte sich den Sieg im Wettstreit der Beiköche. Selbst Landrat Dieter Friese (l.) schien beeindruckt von den Künsten des Auszubildenden zu sein.

stimmen, der Teller richtig platziert und der Wein richtig eingeschenkt werden.
    Bei der Nachspeise, einer Pistaziencreme mit Schokoladensoße, hatten einige Beiköche die meisten Probleme. Die Creme war ihnen überhaupt nicht gelungen. Aber noch haben sie einige Monate Zeit, die Tricks und Kniffe der „großen“ Köche zu lernen. Die Beiköche und Helfer im Gastgewerbe werden später den Köchen und den Kellnern sicher in nichts nachstehen. Mario Melzer, Fachlehrer beim Bildungswerk in Potsdam, schwärmte von den Gubener
 Auszubildenden. „Sie sind einfach herausragend in Theorie und Praxis“, betonte er. Er war überzeugt, dass die Gubener ganz vorn stehen werden.
Und damit behielt er letztlich Recht. Bei den Beiköchen siegte Sebastian Rammin vom GBV vor Gordon Lohse aus Nauen und Tino Besler aus Neuenhagen. Bei den Helfern im Gastgewerbe lagen mit Michael Raatz und Joseph Hilbrich sogar gleich zwei Gubener ganz vorn. Cindy Lämmerhirt aus Potsdam wurde Dritte. Beide Wanderpokale gingen somit an den GBV.